Garten Ratgeber

Die richtige Rasenpflege

Die kalte Jahreszeit ist vorbei. Häufig hat sie ihre Spuren im Rasen hinterlassen. Wuchslücken, Moose, Bodenverdichtungen oder Verfilzungen zeigen sich. Die Rasenfläche wirkt unansehnlich. Optimaler Zeitpunkt für den Rasenaufbau sind die Monate April und Mai. Die Vorbereitungen für einen Rasenaufbau sind aber schon vorher zu treffen. Was ist zu tun? Mit diesen Profi-Tipps erhält Ihr Rasen seine Pracht zurück.

Vorbereitung 1: Rasenqualität genau prüfen
Um die richtigen Massnahmen zu treffen, sollten die Schäden vorher genau untersucht werden. Lücken in der Rasenfläche, starken Moosbewuchs und Unkräuter können Sie ohne weitere Massnahmen erkennen. Tiefer liegende Ursachen lassen sich mit einer Spatenprobe klären. Stechen Sie an Schadstellen ein kleines Rasenstück aus. Nun sehen Sie, ob es unter dem grünen Bewuchs zu Verfilzungen gekommen ist oder ob Bodenverdichtungen vorliegen. Beides führt zu Störungen in der Nährstoffversorgung und kann die Wuchslücken oder das Hervorschiessen von Unkraut erklären. Sind grössere Flächen davon betroffen, reicht die Rasenregeneration nicht mehr aus. Dann ist eine Rasensanierung mit Neusaat notwendig. Kann der Rasen regeneriert werden, ist die 2. Vorbereitung zu treffen.

Vorbereitung 2: Unkraut bekämpfen
Etwa 3 – 4 Wochen vor der Rasenregeneration sollte mit der Unkrautbekämpfung begonnen werden. Haben Sie schon einen Rasenschnitt vorgenommen, lassen Sie wenigstens 3 – 4 Tage verstreichen. Sonst haben die Unkräuter zu wenig Blattmasse und die Bekämpfung gelingt nicht erfolgreich. Verwenden Sie einen Unkrautbekämpfer speziell für Rasenflächen. Gerne beraten wir Sie hierbei. Beachten Sie auf jeden Fall die Aussentemperaturen. Sie sollten nachts nicht unter 10 °C sinken und tagsüber 15 – 25 °C erreichen. Bis zu einem weiteren Rasenschnitt dann mindestens 5 – 10 Tage warten.

Die Arbeitsschritte zur Rasenregeneration

Kurzschnitt
Unmittelbar vor den Regenerationsarbeiten sollte der Rasen ausnahmsweise sehr kurz geschnitten werden. Wir empfehlen 1,5 cm. Entfernen Sie das Schnittgut.

Vertikutieren
Aus dem Kurzrasen werden nun mit dem eng gezinkten Rechen oder einem Vertikutierer die unerwünschten Materialien entfernt. Das sind neben den Moosen auch abgestorbene Pflanzenteile wie Wurzeln, Blätter und Stängel. Der Boden sollte dabei mindestens 5 mm angeritzt werden. So gelangen Licht, Wasser und Luft wieder bis zur Bodenoberfläche und Nährstoffe in den Wurzelbereich. Die Gräser bestocken wieder kraftvoll. Wir empfehlen das Vertikutieren mindestens einmal pro Jahr.

Belüften von beanspruchten Flächen
Werden Ihre Rasenflächen besonders beansprucht? Dann ist es im Rahmen einer Rasenregeneration ein guter Zeitpunkt, um den Bodenhorizont zu lockern. Dadurch gelangt wieder Luft in die Wurzelbereiche. Hierzu gibt es spezielle Aerifizierungsgeräte. Sie schaffen mit sogenannten Voll- oder Hohlspoons bis zu 200 Löcher je 1 m² Fläche. Gerne beraten wir Sie zu diesem Thema oder übernehmen die Aerifizierung im Rahmen eines Rasenaufbaus für Sie.

Kleine Unebenheiten ausgleichen
Ist der Rasenuntergrund uneben, sollte er mit spezieller Rasenerde oder kalkarmem Sand ausgeglichen werden. Das verbessert die Keimbedingungen und empfiehlt sich bei Flächen mit Unebenheiten bis zu 1,5 cm. Bei grösseren Unebenheiten sollten umfangreicher Massnahmen der Sanierung getroffen werden. Streuen Sie 5 – 10 Liter Rasenerde pro m² aus und verteilen Sie die Erde mit der Rückseite des Rasenrechens gleichmässig über den Rasen.

Nachsaat
Wählen Sie für die Nachsaat spezielle Regenerationsmischungen. Achten Sie dabei auf eine Mischung, die zum Standort oder die gewünschte Nutzung passt. Das kann eine Hausrasenmischung sein, eine Spielplatzmischung oder auch eine Regenerationsmischung für schattige und hohe Lagen. Verteilen Sie die Samen auf den betroffenen Rasenflächen. Dafür können Sie auch einen Kastenstreuer verwenden.

Schleppen und Walzen
Nehmen Sie wieder den umgedrehten Rasenrechen zur Hand und verschleppen bzw. verteilen Sie die Rasensamen mit der aufgetragenen Rasenerde. Anschliessend walzen Sie den Rasen. So bekommen die Samen einen festen Bodenkontakt.

Schwache Startdüngung
Damit die Keimlinge eine gute Startbedingung haben, geben Sie nur eine schwache Düngung dazu. Alternativ können Sie die erste Düngung nach 2 ½ Wochen vornehmen. Im anderen Fall profitieren die ausgewachsenen Gräser von den Düngegaben und konkurrieren zu stark mit den kleinen Keimlingen.

Gute und regelmässige Bewässerung
Die Regenerationssaaten benötigen eine ebenso gute und regelmässige Bewässerung wie Rasen-Neusaaten. Das bedeutet: Die ersten 2 – 3 Wochen nach Aussaat sollte der Boden durchgängig feucht gehalten werden. Je nach Aussentemperatur ist die Fläche 1 – 3 Mal täglich zu wässern. Richtwert sind 4 – 6 Liter pro m². Danach genügt es, die Fläche ein- bis zweimal wöchentlich zu wässern. Der Richtwert liegt dann bei 10 – 15 Liter pro m².

Erster Schnitt und Langzeitdüngung
Der erste Rasenschnitt sollte nicht lange auf sich warten lassen. Ist die Regenerationssaat auf 5 – 7 cm gewachsen, bietet sich der erste Schnitt an. Die Schnitthöhe sollte bei 3 – 5 cm liegen. Wird der Rasen anschliessend einmal pro Woche gemäht, entsteht ein belastbarer und dichter Rasenwuchs. Der Einsatz eines Langzeitdüngers sollte 7 – 8 Wochen nach der Anfangsdüngung erfolgen.

Krankheitsvorbeugung
Der Sommer bringt warme Temperaturen mit sich. Feuchtigkeit kann nun Pilzerkrankungen fördern. Wässern Sie daher den Rasen bei sommerlichen Wetter am besten früh morgens. Kontrollieren Sie regelmässig die Pflanzen. Tritt eine Erkrankung auf, lassen Sie sich zügig von einem Fachmann beraten. Denn gerade bei Pilzkrankheiten ist eine Diagnose oft schwierig.

Rasensanierung durch Rasen-Neusaat

Eine komplette Sanierung des Rasens bietet sich an, wenn o.g. Regenerationsarbeiten nicht ausreichen, um die Schäden zu beheben können.

Bodenvorbereitung
Um den Rasen neu anzulegen, muss die bestehende Grasnarbe entfernt werden. Das gelingt durch Abschälen oder chemische Vernichtung. Anschliessend wird der Boden umgegraben oder aufgefräst und grob planiert. Zur Rückverfestigung des Bodens lassen Sie ihn am besten 14 Tage ruhen. Erst wenn das Saatbett trittfest ist, sollte mit der Neusaat begonnen werden. Möglich ist auch die Verwendung von Bodenzuschlagsstoffen. Diese geben dem Saatbett mehr Festigkeit. Direkt vor der Neusaat ist eine Feinplanie notwendig. Diese können Sie mit dem Rechen durchführen. Die Feinplanie entfernt Klumpen, Wurzeln und Steine.

Vorsaat-Düngung
Bringen Sie eine Vorsaat-Düngung in den Boden ein. Sie versorgt die jungen Gräser mit wichtigen Nährstoffen und bewirkt ihr zügiges Wachstum.

Aussaat
Orientieren Sie sich bei der Aussaatmenge an den Herstellerangaben. Auch wenn Sie aus guter Absicht eine höhere Samenmenge pro m² ausbringen, bleibt das Ergebnis gleich. Zum Aussäen können Sie auch hier einen Kastenstreuer verwenden. Rechen Sie die Samen anschliessend etwa 1 cm tief in den Boden ein und walzen Sie die Fläche anschliessend. Eine Alternative ist der Rasenigel. Er arbeitet die Samen ein und walzt den Boden gleich mit.

Bewässerung und erster Schnitt
Für die Bewässerung der Neusaat gelten die gleichen Regeln wie für die Regenerationssaat. Während der ersten 2 oder 3 Wochen muss der Boden immer feucht bleiben. Je nach Witterung sollte die Fläche täglich 1 – 3 Mal gewässert werden. Normwert sind 4 – 6 Liter je m². Wenn die Junggräser auf 6 – 8 cm gewachsen sind, sollte der erste Schnitt vorgenommen werden. Bei anschliessend wöchentlichem Rasenmähen wächst eine dichte Grasnarbe. Sie wird gut belastbar.

Verhindern von Hirse in der Neusaat
Hirsesaat kommt natürlicherweise in Böden vor. Durch die Vögelfütterung im Winter hat sich die Hirse stark ausgebreitet. Vor allem drei Sorten sind vertreten: Hühnerhirse, Bluthirse und Grüne Borstenhirse. Sobald eine Bodenverarbeitung vorgenommen wird, kommen die Hirsesamen an die Oberfläche. Dort können sie Jahre oder Jahrzehnte nach dem Eintrag noch keimen.

Zur Vorbeugung ist die Vorsaat-Düngung sehr wichtig. Sie stärkt die Graskeimlinge. Wählen Sie am besten schnellkeimende Rasenmischungen. So werden die Hirsekeimlinge zusätzlich verdrängt. Auch der zügige Rasenschnitt nach etwa 2 ½ Wochen hilft bei der Hirseeindämmung.

Setzen sich Hirsepflanzen dennoch durch, ist eine chemische Bekämpfung zu empfehlen.

Die richtige Rasenpflege

Um an dem frisch aufgebauten oder neu gesäten Rasen lange Freude zu haben, ist die richtige Pflege sehr wichtig.

Rasenschnitt
Richtwert für die passende Schnitthöhe ist: Nicht mehr als ein Drittel der Blattmasse sollte gemäht werden. Die Schnitthöhe und Mähäufigkeit richtet sich dabei auch nach der Rasenmischung. Beachten Sie hier immer die Herstellerangaben. Wird der Rasen zu kurz geschnitten, entwickelt er eine Anfälligkeit für Krankheiten. Bei zu langem Wachstum entsteht ein guter Nährboden für Pilzkrankheiten. Die Gräser werden ausserdem stängelig und unansehnlich. Hausrasen kann in der Regel einmal pro Woche gemäht werden, ein Sportrasen braucht zweimal in der Woche einen Schnitt. Golfrasen ist anspruchsvoll und muss täglich gemäht werden.

Als Mähwerkzeuge kommen Spindel- oder Sichelmäher zum Einsatz. Auch ein Mähroboter eignet sich. In jedem Falle müssen aber die Messer gut geschliffen sein. Stumpfe Messer erzeugen grössere Schnittwunden und machen die Gräser anfällig für Krankheiten. Kontrollieren Sie daher Ihre Mähwerkzeuge regelmässig. Werden die Messer stumpf, sollten sie zügig ersetzt oder geschliffen werden.

Düngung
Durch das regelmässige Mähen verlieren die Rasengräser immer wieder Blattmasse. Das schränkt ihre Möglichkeiten zur Photosynthese ein und regelmässige Düngung ist wichtig. Stickstoff, Kalium, Phosphor und Magnesium sind die wichtigsten Mineralstoffe. Doch auch Mikronährstoffe sind notwendig: Bor, Mangan und Eisen.

Häufigkeit und Menge der Düngung hängen von der Beanspruchung ab. Ein Sportrasen benötigt häufigere Düngung als ein Hausrasen. Wichtig ist auch der Standort. Auf sandigen, durchlässigen Böden braucht der Rasen mehr Kalium und Magnesium als auf Böden mit hohem Anteil organischer Substanzen. Der Nährstoffbedarf sinkt ebenfalls, wenn Sie Ihr Mähgut regelmässig auf dem Rasen liegen lassen.

Die wichtige Stickstoffversorgung für Ihren Rasen erreichen Sie am besten mit einem Langzeitdünger. Dabei wird der Stickstoff kontinuierlich abgegeben. Das Risiko einer Nitratauswaschung ist gering. Ihre Gräser sind optimal versorgt, die Krankheitsanfälligkeit sinkt.

Unkrautbekämpfung
Neben Moosen sind Gänseblümchen, Scharbockskraut und Weissklee die häufigsten unerwünschten Gäste in der Rasenfläche. Regelmässiges Düngen und Mähen schützt den Rasen am besten. Denn so entsteht eine dichte Grasnarbe. Haben sich trotzdem rasenfremde Pflanzen eingenistet, bieten sich folgende Möglichkeiten an:

Die mechanische Bekämpfung wird durch die schon genannten Massnahmen erreicht. Ganz oben steht die Rasenregeneration. Denn das Vertikulieren, Nachsäen und Düngen schliesst die Grasnarbe, regelmässiges Mähen und Langzeitdüngung tut ihr Übriges.

Erst in hartnäcktigen Fällen ist die chemische Bekämpfung empfehlenswert. Dafür sollte zu heisses, trockenes und sonniges Klima vermieden werden. Optimale Zeiträume sind von April bis Juni und ab Mitte August bis zum Ende des Monats September. 10 – 15 Tage vor der chemischen Bekämpfung sollte noch einmal gedüngt werden, wenn kein Langzeitdünger verwendet wird. Das Mähen sollte 5 – 7 Tage vorher eingestellt werden. Bei hohen Aussentemperaturen bieten sich die Morgen- und Abendstunden am besten an. Mindestens 5 Stunden nach der Anwendung sollte es nicht regnen.

Moose kommen mit wenig Wasser, Licht und Nährstoffen aus. Sie verschwinden am ehesten bei regelmässiger Wässerung, Vertikulieren und gleichmässiger Düngung. Chemische Bekämpfung schlägt bei ihnen nur kurzfristig an.

Typische Rasengräser und unerwünschte Ungräser

Jeder Qualitätsrasen besteht aus diesen drei Hauptsorten mit geringer Krankheitsanfälligkeit:

Englisch Raigras:
für frische, feuchte und nährstoffreiche Böden ohne Staunässe
belastbar und trittfest

Wiesenrispe:
für nährstoffreiche Böden, die weder zu feucht noch zu trocken sind
ausserordentlich strapazierfähig und trittfest

Rotschwingel:
für trockene bis frische Böden
geringe Ansprüche an Nährstoffe und Wasser, verträgt auch tiefen Schnitt

In den Rasen können sich auch unerwünschte Ungräser einnisten. Die häufigsten Ungräser sind:

Einjähriges Rispengras:
Vorkommen: einjährig, auf stickstoffhaltigen Böden ebenso wie auf sandigen Flächen
Erkennungsmerkmale: bildet Horste, Flachwurzeler, blüht das ganze Jahr
Negative Eigenschaften: wächst schnell, typischer Lückenfüller, nicht belastbar, stirbt schnell ab bei Trockenheit, hinterlässt Lücken

Gemeines Rispengras:
Vorkommen: feuchte bis nasse Ton- und Lehmböden, nährstoffreiche Flächen
Erkennungsmerkmale: hellgrüne Farbe, wächst als erstes Gras im Frühling, Flachwurzeler
Negative Eigenschaften: nicht belastbar, stirbt bei Trockenheit schnell ab, hinterlässt Lücken, bildet hellgrüne Flecken im Rasen

Straussgras:
Vorkommen: nährstoffreiche, feuchte Böden, wird auf Golfgreens eingesetzt
Erkennungsmerkmale: blaugrüne Farbe, unter- und oberiordische Rhizome
Negative Eigenschaften: sehr krankheitsanfällig, verdrängt andere Gräser durch aggressives Wachstum, stirbt in Trockenphasen schnell ab und führt zu Lücken in Grasnarbe

Vorbeugende Massnahmen gegen Ungräser

  1. dichtwachsende und standortgerechte Rasenmischungen aussäen
  2. entstehende Lücken in der Grasnarbe sofort mit Zuchtrasen-Samen auffüllen
  3. nicht zu oft, aber ausgiebig wässern – so erhalten die tiefwurzelnden Zuchtgräser genügend Feuchtigkeit, denn bei häufigem Wässern mit wenig Wasser profitieren die flachwurzelnden Ungräser
  4. Rasendünger mit mindestens 50 % Langzeitstickstoff wählen, das unterstützt den dichten Wuchs der Zuchtgräser
  5. Rasen nicht kürzer als 3 cm schneiden, der Zuchtrasen kommt unter Druck, die Ungräser werden nicht davon beeinträchtigt

Krankheiten und Schädlinge

Typische Rasenkrankheiten sind:

  • Rotspitzigkeit
  • Schneeschimmel
  • Typhula-Fäule
  • Pythium-Wurzelfäule
  • Sommerfusarium
  • Hexenringe
  • Rost
  • Hutpilzkolonien

Typische Schädlinge im Rasen sind:

  • Larven des Junikäfers
  • Larven des Maikäfers
  • Larven des Gartenlaubkäfers
  • Larven der Wiesenschnake
  • Wiesenameisen