Garten Ratgeber

Mickrige Blüten oder üppige Rosenpracht im Sommer?

Im Frühling geht die Gartenarbeit auch für den Hobbygärtner wieder richtig los. Unteranderem werden Rosen gepflanzt und zurückgeschnitten. Mit den nachfolgenden Profi-Tipps werden Ihre Rosen im Sommer schöner blühen denn je.

Auf den richtigen Schnitt kommt es an.
Der Schnitt der Rosen soll sich am Vorbild der Natur orientieren. Viele Wildrose sind Gehölze der Waldränder. Sie mussten sich in ihrer langen Entwicklungsgeschichte am Naturstandort dem reglmässigen Verbiss durch das Wild anpassen, was zu einer fortlaufenden Naturverjüngung der Sträucher führte.

Gartenrosen haben die Neigung ihrer “Vorfahren” übernommen und verlangen einen regelmässigen Schnitt. In erster Linie sollen die Lichtverhältnisse innerhalb der Pflanze verbessert werden. Bleibt der Schnitt aus, treffen keine Sonnenstrahlen auf die unteren Triebbereiche. In der Folge bleiben die für die Verjüngung und Vitalität der Rose wichtigen Naturtriebe aus dem Stockbereich aus. Die Pflanzen “vergreisen”.

Als Faustregel gilt: Je mehr Jungtriebe desto mehr Blüten.
Ein weiter Schnittgrund ist das arttypische Absterben von jungen Trieben, beispielsweise bei Rugosa-Sorten. Eine ungeschnittene Rose wird dadurch bereits nach drei bis vier Jahren “alt aussehen”. Die alten Triebe werden blühfaul, junge blühwillige Wachsen kaum noch raus.

Frühjahrsschnitt
Der Rückschnitt der Rose erfolgt im zeitigen Frühjahr. Geschädigte, bräunliche Triebe werden entweder bis ins gesunde, innen weissliche Holz oder bis zur Ansatzstelle zurückgeschnitten. Dünne und schwache Triebe und werden ebenfalls entfern. Die verschiedenen Rosenklassen haben unterschiedliche Ansprüche.

Starker Rückschnitt
Ein starker Rückschnitt bewirkt einen starken Naturtrieb mit wenigen kräftigen Trieben. Ein schwacher Rückschnitt führt zu einem schwachen Neutrieb mit zahlreichen schwachen, kurzen Trieben.
Schnittführung: Etwa 5 mm über dem Auge (Triebknospe) wird der Trieb leicht schräg mit scharfer Schere glatt abgeschnitten. Keinesfalls dürfen Zapfen (Triebstummel) nach dem Schnitt stehenbleiben.

Spezielle Schnittweisen

Edelrosen, Polyntha und Floribundarosen
Ältere Triebe werden so tief wie möglich entfernt, drei bis vier jüngere (grüne) Triebe bleiben stehen und werden – je nach Wuchsstärke der Sorten auf 20 cm eingekürzt.

Einmalblühende Kletterrosen
Zweijährige, abgeblühte Triebe und schwache Naturtriebe ganz entfernen.

Öfterblühende Kletterrosen
Nur Auslichten, älteste und schwache Triebe ganz entfernen. Die an den Haupttrieben vorhandenen Seitentriebe je nach Stärke auf 2 bis 3 Augen einkürzen. Schwache Seitentriebe entfernen.

Einmalblühende Strauchrosen
Nur Auslichten. Altes, nicht mehr Blühfähiges Holz entfernen. Fruchtschmuck belassen.

Öfterblühende Strauchrosen

Auslichten, starke Naturtriebe um ca. 1:3 einkürzen.
Seitentriebe auf 2 bis 3 Augen zurückschneiden.

Bodendeckenrosen
Diese sind nur auszulichten und leicht zu schneiden.
Im Sommer sind zudem bei allen Rosen wilde Austriebe sofort zu entfernen, daher auszugraben und abzureissen (nicht abschneiden).

Pflanzen von Rosen

Rosen lieben freie und sonnige, unter Umständen auch halbschattige Standorte. Extrem heisse, windgeschützte Standorte wie auch solche im Schatten von Gebäuden und unter Bäumen sind für Rosen nicht geeignet.
Rosen lieben mittelschwere bis schwerere, tiefgründige, nährstoffreiche, frische und durchlässige Böden – Bedingungen, wie sie die meisten Gartenböden erfüllen.

Bodenvorbereitung
Vor der Pflanzung muss der Boden 30 bis 50 cm tief und gründlich umgestochen werden.
Rosen dürfen nie dort gepflanzt werden, wo zuvor schon Rosen standen. Solche Böden sind «rosenmüde». Steht kein anderer Standort zur Wahl – zum Beispiel bei Lücken in einem bestehenden Beet – so ist die Erde auf eine Tiefe von 50 bis 60 cm auszuheben. Anschliessend muss der Untergrund gelockert und neue Garten- oder Ackererde eingefüllt werden.
Auf eine Düngung bei der Pflanzung ist zu verzichten. Die erste Düngergabe erfolgt im Frühjahr nach der Pflanzung mit einem handelsüblichen Rosendünger.

Behandlung der Pflanzen beim Eintreffen
Containerrosen, die nicht sofort gepflanzt werden können, sind regelmässig, je nach Witterung täglich zu giessen.
Rosen mit Torfwickeln oder Erdzapfen können während kurzer Zeit aufbewahrt werden. Das Substrat muss aber stets feucht gehalten werden.

Pflanzabstände
Damit Rosen gut gedeihen, müssen sie eng gepflanzt werden. Als optimal gelten folgende Pflanzdistanzen bzw. Pflanzdichten:

Teehybriden, Polyantha- und Floribundarosen
35-40 x 35×40 cm
7 bis 9 Pflanzen pro m2

Miniaturrosen
25 x 25 cm
16 bis 20 Pflanzen pro m2

Kletterrosen
Je nach Wüchsigkeit 120 bis 300 cm

Strauchrosen
Je nach Wüchsigkeit 100 bis 300 cm

Hochstammrosen
120 bis 180 cm

Hänge-Hochstammrosen (Trauerrosen)
200 bis 250 cm

Bodendeckerrosen, starkwüchsige
2 bis 3 Pflanzen pro m2

Bodendeckerrosen, schwachwüchsige
4 bis 6 Plfanzen pro m2

Pflanzanleitung

  1. Rosen vor dem Pflanzen gut giessen, eventuell in ein Wasserbad stellen
  2. Pflanzengrube genügend weit und tief ausheben
  3. Aushub (Kulturschicht und Rohboden) gut vermischen.
  4. Container (Topf oder Folie) sorgfältig entfernen.
  5. Rose in der Pflanzengrube so platzieren, dass die Veredlungsstelle 3 bis 5 cm unter die Erdoberfläche zu liegen kommt. (Bei gewissen Containern liegt diese Veredlungsstelle bereits im Substrat. Diese Container können so gepflanzt werden, dass die obere Fläche des Containers auf gleichem Niveau steht wie der umliegende Gartenboden.)
  6. Pflanzengrube mit dem Erdgemisch auffüllen und dieses leicht andrücken.
  7. Ausgiebig giessen (3-5 Liter pro Pflanze).

Düngung

Rosen brauchen viel Nährstoff.
Feste Dünger niemals über Blatt oder Blüte der Rose ausbringe, sondern immer über dem Boden. Dabei sind die Herstellerangaben auf der Packung zu beachten.

Hornspäne
Organische Stickstoffquelle. Je 80 g/m2 im Frühjahr und Herbst verteilen, danach flach einhacken.

Depotdünger
Die Langzeitdünger, wie sie auch genannt werden, sind in der Regel mineralische Dünger. Sie sind ab Mitte Mai auszubringen und leicht einzuarbeiten, Menge gemäss Herstellerangaben. Durch die Ummantelung der Düngerkörner mit einer halbdurchlässigen Harzhülle geben sie ihre Nährstoffe sehr langsam und temperaturabhängig ab.

Organische Rosendünger
Verschiedene Hersteller bieten spezielle organische Rosendünger an. Diese werden in der Regel im Frühjahr in den Rosenpflanzungen leicht eingearbeitet. Eine Nachdünung erfolgt im Sommer Dabei sind Angaben des Herstellers auf der Packung zu beachten.

Blattdünger
Mit den Pflanzenschutzspritzungen ist es möglich, der Spritzbrühe gleichzeitig einen Flüssigdünger beizumischen. Mit der Blattdüngung wird das Laub gestärkt und die Gesundheit der Pflanze unterstützt.

Pflanzenschutz

Absolut krankheitsresidente Rosen gibt es nicht, Robustheit ist immer relativ. Eine Rose, die von keiner Krankheit bzw. keinem Schädling befallen wird, kann nicht das Ideale der robusten Rose sein. Ihr ökologischer Wert wäre gleich Null, denn im Kreislauf der Natur wäscht eine Hand die andere, jedes Lebewesen ist immer auch Lebensgrundlage für andere Kreaturen.

Vorbeugen ist besser als spritzen. Jedoch kann es bei der sachgerechten Behandlung der Rose und bei optimaler Standort- und Bodenverhältnisse zu einem Befall kommen.
Viele Schädlinge lassen sich naturnah durch Nützlinge bekämpfen, vorausgesetzt eine Nützlingspopulation kann sich ungestört aufbauen.

Krankheiten, Schädlinge und Nützlinge (Beispiel)
Pilzkrankheiten
Rosenrost
Schädlinge
Rindenfleckenkrankheit
Echter Mehltau
Falscher Mehltau
Sternrusstau

Schädlinge
Rosenblattläuse
Rosenblattwespen
Rosenzikaden
Schaumzikaden
Spinnmilben (Rote Spinne)

Nützlinge
Marienkäfer
Florfliegen
Schwebfliegen
Ohrwürmer
Blattlaus-Schlupfwespen
Vögel